Visionsarbeit: Schlüsselgröße der Gemeindeentwicklung

Eine empirische Studie an der Universität Basel weist die große Bedeutung von Visionsarbeit für die fruchtbare Entwicklung von Gemeinden nach. Aber was ist eigentlich eine Vision? Um zu verstehen, auf was es bei der Visionsarbeit ankommt, buchstabieren wir das Wort Vision:

V wie: „Vision ist Arbeit!“

Beginnen wir mit der Frage: „Was ist eine starke Vision?“ In der Regel antworte ich: Eine starke Vision ist eine Vision, die du so, wie du heute bist, nicht erreichen kannst! Weder als Leitungsperson noch als Gemeinde. Ein Beispiel: Jesus beruft den Fischer Simon und verbindet mit ihm das Zukunftsbild: „Du bist Petrus. Auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ (Matthäus 16,18) Doch Petrus konnte so, wie er als Mensch war, als Jesus diese Vision über ihm aussprach, dieses Zukunftsbild nicht erreichen. Er musste dicke Bretter bohren. Tiefgreifende Veränderungen mussten an ihm geschehen. Drei Jahre später hat sich Petrus verändert. Wir treffen ihn am hellichten Tag asuf einem Hausdach, wie er beim Beten in Zungen redet, Visionen empfängt und sein Leben nach dieser Offenbarung ausrichtet (Apg 10). Auf dem Apostelkonzil in Jerusalem erleben wir, wie er mit den anderen Aposteln an dieser Vision weiterarbeitet (Apg 15) und lässt sich nach einem Rückfall in alte Denkmuster korrigieren (Gal 2,10). So viel zu V wie „Vision ist Arbeit!“ Wir gehen zu

I wie: „Ἰησοῦς“

Das erstem was zum Thema Vision und Jesus auffällt: Jesus hatte eine glasklare Vision: „Der Geist des Herrn […] hat mich gesalbt, zu verkündigen das Evangelium den Armen, […] zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, den Blinden, dass sie sehend werden, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ (Lk 4,18f).  Das zweite, was sich bei Jesus zum Thema Vision zeigt, ist:

S wie: Simplify (vereinfachen)

„Das Leben ist eins vom Schwersten!“ meint: Das Leben ist komplex. Um für die komplexen Herausforderungen des Leben Hilfe zu schaffen, machte sich Jesus einen riesen Kopf, wie er seine Vision vom Leben einfach sagen konnte, nämlich verständlich, alltagsrelevant und anwendungsbezogen. Dazu entwickelte er eine besondere Technik, die geradezu zu seinem Markenzeichen wird: Jesus erklärte seine Vision in einfachen Geschichten, sog. Gleichnissen (Mt 13,34). Er war ein Meisterkommunikator. Er reduzierte seine Vision radikal und brachte sie auf den einfachen Nenner: Liebe zu Gott und dem Nächsten – das ist das Gesetz und die Propheten (Mt 22,34–40) 

Schließlich erfand er mit der goldenen Regel eine einfache Anwendung: „Was euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“ (Mt 7,12) Jesus ist ein Meister im Denken von Neuem, weil er es einfach macht. Was wir für die Visionsarbeit von Jesus vor allem lernen können ist S wie „simplify“. Noch einmal:

I wie: „Innovation – aber durch Inspiration“

Viele wollen neu, innovativ und visionär denken nach dem Motto „Duschen ohne nass zu werden!“ Das sind die, die Sprüche klopfen und sich dann doch nur im alten Kreis drehen. Frage: Bist du bereit, dich Inspirieren zu lassen? Darf Gottes Geist in dir wirken? Das Neue Testament berichtet von den Aposteln, dass die beim „Neudenken a la Jesus“ alle nass geworden sind: Petrus als der Mann fürs Handfeste wird ein Zungenbeter und Träume-Empfänger. Von Paulus ganz zu schweigen, was er über sein Geistleben berichtet. Ich möchte dich fragen: Meinst du allen ernstes, du könntest innovativ sein, um Gottes Geist beten, ohne Bereitschaft, diesen Geist in Kraft zu empfangen? Damit sind wir bei:

O wie: „Offenheit“

Manche sagen: Wer für alles offen ist, der ist nicht ganz dicht! Als Christinnen und Christen sind wir nicht für alles offen, sondern wir öffnen uns vor allem Gott. Wenn Jesus eine große Herausforderung zu meistern hatte, zum Beispiel 5000 Menschen mit 5 Broten und 2 Fischen satt zu machen – was tat er? Jesus „sah auf gen Himmel und dankte und“ handelte …. (Mt 14,19) Jesus ist offen für Gottes Hilfe. Damit sind wir schon am Ende mit dem Wort Vision. Es bleibt nur noch

N wie: „neu denken“

Visionsarbeit bedeutet Neues denken, neu denken … Daran hat sich in 2000 Jahren nichts geändert. Es beginnt mit Offenheit für Gottes Vision für dein Leben oder deine Gemeinde. Es beginnt mit der Bereitschaft wahrzunehmen, was Gott Dir oder Euch als Gemeinde vor die Füße legt. Viele sehen nur, was sie gewohnt sind und gehen an den Chancen vorbei, die Gott dir gibt. Du musst dich mit Disziplin befreunden, um die Augen offen zu halten. Nach Jesus bedeutet eine Vision Arbeit: Simplify things radically. Konzentration ist der Weg zur Inspiration und Innovation. Da wird Gott auch für dich kaum eine Ausnahme machen.

Du muss neu denken lernen. Das hat in den meisten Fällen mit Umkehr zu tun. Aber darin liegt Potenzial!

So buchstabiere ich Vision. Und so wird Visionsarbeit zur Schlüsselgrüße für ein fruchtbares Gemeindeleben.

Weitere Informationen

Mehr Informationen und Auskünfte zu ein er regelgeleiteten Gemeindeentwicklung mit Visionsarbeit als Schlüsselgrößer per eMail an die Adresse info@gemeindeentwicklung.org. Auch Anfragen für Einzelcoaching.

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